Heute möchte ich meinen Blogeintrag dem Kirchtag-Michl – im Dialekt „Kirschtamichl“ – widmen, denn in meinem Heimatdorf Dietenheim wird er bald wieder hervorgeholt. Pünktlich zum Kirchtag an diesem Wochenende.
Hier im Pustertal hat der “Kirchtagmichl” eine lange Tradition. Für all jene, die ihn nicht kennen: Dabei handelt es sich um eine Strohpuppe, gekleidet in Lederhosen, traditionellem weißen Hemd, mit Hut und in den Händen meist eine Weinflasche und einen Kirchtagskrapfen, welche an der Spitze eines hohen Baumstamms befestigt wird. Da der Michl während des gesamten Festes dort oben bleibt, passt das so genannte Kirchtag-Michl-Komitee, welches aus einigen Dorfburschen besteht, auf ihn auf. Sie sollen verhindern, dass er von den Einwohnern der Nachbardörfer gestohlen wird. Dies wäre nämlich eine bittere Blamage fürs gesamte Dorf. Am Kirchtagmontag wird der Michl schließlich „beerdigt“.
Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, lebt die Tradition noch heute weiter. Und wird auch ziemlich ernst genommen…
Traditionen in Südtirol: Der Kirchtag-Michl
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