Eines gleich vorweg: Als Urlauber war ich schon in so manchem Hotel, in so mancher Pension zu Gast. Und freilich war da auch der eine oder andere Beherbergungsbetrieb darunter, der – wenn man‘s gar nicht mal so genau nimmt – eigentlich niemanden mehr beherbergen sollte… Dennoch: Im Reklamieren bin ich kein Meister. Ich denk mir meinen Teil, hau mich ins Bett und erzähl dann irgendwann einmal in geselliger Runde von verdreckten Laken, Schuhe vertilgenden Mäusen oder Fleischklößen auf meinem Kopfkissen. Anschließend wird laut gelacht und alles mit einem kräftigen Schluck runtergespült. Weck und vergessen – ein für allemal. Andere Feriengäste handhaben das anders. Oft zu Recht. Oft aber auch nicht. Oder wie seht ihr das?
So gönnte sich etwa ein Hotelgast Tag für Tag zum Abendessen ein paar Bierchen. Doch anstatt den Ferientag genüsslich und in Ruhe ausklingen zu lassen, kontrollierte der Mann peinlich genau den exakten Füllstand des Glases. Und da die Menge stets leicht unterhalb des Eichstrichs lag, wandte sich der Urlauber nach seinem Hotelaufenthalt an den Reiseveranstalter, um die ihm vorenthaltene Biermenge, die er auf den Cent genau in Euro umgerechnet hatte, einzufordern. Na dann, Prost!
Nicht mit „leeren“ Gläsern, dafür aber mit schlemmenden Mäusen hatte ein Urlauberpaar in New York zu kämpfen. Die Verantwortlichen vor Ort waren leider nicht im Stande, die Mäuse vom Lebensmittelvorrat der Gäste fernzuhalten. Und so kam es, dass die Vierbeiner genüsslich eine Tafel Schokolade vertilgten. Das Paar war derart verärgert, dass es nach der Rückkehr nicht bloß eine Entschuldigung vom Reiseveranstalter verlangte sondern auch, ja genau, eine Tafel Schoko. Sorte: Milka-Nuss.
Und zu guter Letzt möchte ich noch das Anliegen eines anderen Gastes vorbringen, bei dem sich weder angesichts haariger Viecher noch nach überschwänglichem Bierkonsum ein ungutes Gefühl im Magen breitmacht, sondern: „Bitte keine karierte Bettwäsche, davon wird mir schlecht.“
Mehr derart skurriler Gäste-Beschwerden oder -Wünsche gibt’s übrigens im Buch von Antje Blinda und Stephan Orth "Sorry, Ihr Hotel ist abgebrannt" nachzulesen. Schönen Urlaub!
Foto: Dano